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KIH
Kulturinitiative Harleshausen e.V. Karlshafener Str. 2 34128 Kassel

Forum "Kulturen der Nachhaltigkeit"

Projekt:  "Checkpoints - Wolfhager Straße"

Aufbau vor Ort: gegen 9 Uhr - Abbau: gegen 18 Uhr

Bisher festgelegte Termine:

Freitag
9. Juni
16 Uhr Eröffnung:
Parkplatz Wolfhager Str./ Ecke Obervellmarer Str.
Mittwoch
21. Juni /
Donnerstag
22. Juni
Gehweg Wilhelmshöher Weg / Ecke Wolfhager Str.
Dienstag
4. Juli /
Mittwoche
5. Juli
Gehweg Wolfhager Str. / Ecke Witzenhäuser Str.
Nähe Haltestelle
Dienstag
25. Juli /
Mittwoch
26. Juli
Parkstreifen Wolfhager Str. 53 (vor dem Foto-Motel)
Donnerstag
17. August /
Freitag
18. August
Gehweg Wolfhager Str. / Ecke Engelhardstr. (Westseite)
Donnerstag
7. September
Drei Brücken
Fläche zwischen den beiden Rundbogenbrücken
Freitag
15. September
Abschluss:
Parkplatz Wolfhager Str. / Ecke Obervellmarer Str.



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flyer2

Bau des Checkpoints: bau1 bau2
Eröffnung am Parkplatz Wolfhager Str./Ecke
Obervellmarer Str. am 9.6.17:
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Forum „Kulturen der Nachhaltigkeit“ der Kulturinitiative Harleshausen e.V. (KIH)

„Die Wolfhager Straße in Kassel - Radiale, Reallabor, soziale Plastik“

Das Projekt „Checkpoints“

Vorwort:
Das Forum Kulturen der Nachhaltigkeit beteiligt sich mit seinem Projekt „Checkpoints“ - zur Humanisierung der Wolfhager Straße - an dem documenta-Rahmenprogramm des Kulturamtes der Stadt Kassel.
Das Projekt „Checkpoints“ ist das Ergebnis einer zweijährigen Zusammenarbeit mit dem Forum, aktiver Bürger und der Uni Kassel, Fachbereich 6.
Der Inhalt des Papiers gibt den momentanen Diskussionsstand der vier Stadtteile Harleshausen, Rothenditmold, Kirchditmold und Nord Holland (Runder Tisch) wieder.
Die Beteiligten an dem Prozess zur Humanisierung der Wolfhager Straße haben die Hoffnung, dass die kommunale Politik in Kassel in diesem Sinne neue Wege beschreiten wird. Die Initiatoren des „Runden Tisches“ sind dazu bereit.

Hintergrund und Idee des Projektes:
Die Wolfhager Straße ist eine der markantesten Radialen der Stadt Kassel. Sie weist eine noch in weiten Teilen erhaltene Raumstruktur auf, die die Geschichte der Stadt und ihrer Umlandgemeinden erkennbar zeigt; zugleich ist sie eine Ausfallstraße mit vielen (oft verborgenen) Qualitäten und ein wichtiger Lebens- und Arbeitsort. Als Radiale weist sie aber auch die typischen Belastungen durch den Verkehr auf. Es handelt sich um eine Konfliktsituation, die nicht nur für die Wolfhager Straße zutrifft, sondern letztlich für alle Radialen der Stadt Kassel (Leipziger Straße, Frankfurter Straße ...). Diese Radialen bilden ein wesentliches Grundgerüst der Stadt und ihrer kulturellen wie ökonomischen Identität.  

Die Wolfhager Straße ist ein Modell der Umgestaltung - Denk-/Planungsprozesse werden in Kooperation mit der Bürgerschaft und der Wissenschaft erarbeitet. Die daraus abgeleiteten Einzelprojekte sollen hinleitend sein zum Experimentieren in den Raum der Wolfhager Straße hinein. Diese Prozesse sind als Reallabor zu bezeichnen.
Kontextuell sind diese Maßnahmen auf die übergeordneten Aktivitäten wie der documenta 2017  zu sehen.
Hierzu können weitere Bezüge aufgemacht werden  „soziale Plastik“.  

Vorbereitende Aktivitäten:
•    Initiativen der KIH zur Vitalisierung des Ortsteils Harleshausen
•    Kooperation mit der Universität Kassel (Vortragsveranstaltungen, Studentische Projekte)
•    Öffentliches Forum mit dem Stadtbaurat Herrn Nolda zum Thema Bürgerbeteiligung am   Beispiel der Radiale Wolfhager Straße in Harleshausen

Die Wolfhager Straße - die Radiale - der Verbinder
Die WS in Kassel trägt ihren Namen ab der Überquerung des Lubaches in Dörnberg (Habichtswald). Als Bundesstraße 251 zweigt sie in Brilon nach Süden von der Bundesstraße 7 ab, die von Düsseldorf durch Kassel bis Chemnitz führt, und mündet wieder in diese am Holländischen Platz, nahe der Universität. Innerhalb Kassels führt sie durch vier Stadtteile Harleshausen, Kirchditmold, Rothenditmold und Nord-Holland.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der B 251/WS, der Radiale der Stadt Kassel, als Verbinder über das Mittelgebirge zum Fürstentum Waldeck zu. Verstärkt wurde dies durch die sich rasant entwickelnde Industrialisierung, u.a. in der Nordstadt (Fa. Henschel), in Rothenditmold (Fa. Wegmann) und in Harleshausen (Eisenbahn-Ausbesserungswerk).
Heute ist die Straße in stadtplanerischer, sozialer und kultureller Sicht ein Schlüsselort für die Entwicklung der nördlichen Stadt und stellt als Verbindung zwischen sehr unterschiedlichen Stadtteilen sowohl deren bedeutendes „Rückgrat“ als auch einen wesentlichen Teil ihrer Identität dar. Auch regt sich an vielen Punkten das Interesse der durch diese Straße und ihr Umfeld betroffenen Bürger, sich in angemessener Weise an deren Gestaltung und Entwicklung zu beteiligen. Jenseits von Verkehr und Gewerbe soll diese gewachsene Lebensader der Stadt auch Frei- und Lebensraum der Bürger sein, in dem Vergangenheit bewahrt wird, Gegenwart angenommen werden kann und Zukunft als machbare Utopie vorstellbar wird.  

Ansatz für ein Rahmenprogramm des Kulturamtes der Stadt Kassel zur documenta 2017
- Rahmenprogramm 100 Tage documenta 14 -
Die Wolfhager Straße als „soziale Plastik“.
An der Radiale offenbaren sich in herausgehobener Weise die Formen menschlichen Zusammenlebens und des Mensch-Natur-Verhältnisses.
Radialen bzw. markante Straßen sind Indikatoren vom besonders problematischen gesellschaftlichen Wandel.
Es scheint so zu sein, dass Straßen Orte sind, die durch die Schnelllebigkeit und die Allmächtigkeit vieler Menschen  von und mit Gewalt geprägt sind:
Todesunfälle im Straßenverkehr  in der BRD im Jahr 2015        3475
Verletzte im Straßenverkehr in der BRD im Jahr 2015 etc.     393700, davon 67706 Schwerverletzte
Von besonderer Bedeutung ist dabei der jahrhundertelange Prozess der Transformation des Ortes. Dabei ist die Straße teilweise zu einem Durchgangsort ohne Aufenthaltsqualität geworden, an dem unterschiedliche Ansprüche an das städtische Leben teilweise aufeinanderprallen: Verkehrsbedürfnisse, Ort der Begegnung, Ort identitätsstiftender historischer Spuren in der Stadt. Die dabei entstehenden Konflikte sollen über künstlerische Formate thematisiert und unter Einbeziehung der Bürger bearbeitet werden. Damit sollen die „Wahrheitserfahrungen“ der Menschen in künstlerische Praxis überführt werden. Der künstlerische Zugang zielt somit auf Veränderung hin, ohne deren Ergebnisse voraussagen zu können. Dabei soll die Wolfhager Straße mit demokratischen Mitteln anders-neu-humaner gestaltet werden.

Das Projekt „Checkpoints“
Checkpoints sichern Grenzüberschreitungen ab. Menschen und Fahrzeugen, die sich im Stand oder in Bewegung befinden, dienen sie als Gefahrenabwehr. Geschichtlich sind bis dato Checkpoints ein nicht zu unterschätzender Ausdruck von struktureller Gewalt/Abwehr. Sie sind somit ein gesellschaftliches Spiegelbild von Kontrolle und „Ausgeliefertsein“, was man gut im öffentlichen Raum, auf Straßen und Plätzen, aber auch im privaten Bereich erfahren kann. Checkpoints stehen immer wieder im Spannungsfeld zwischen demokratieschützenden und demokratiegefährdenden Maßnahmen.

Inspiriert durch dieses Spannungsfeld soll dem Begriff des „Checkpoints“ eine andere Bedeutung abgewonnen, ihnen das administrative Antlitz genommen werden. Dabei geht es aber durchaus darum, das Motiv der „Kontrolle“ künstlerisch zu hinterfragen – einerseits zu irritieren, mit dem Gefühl der Überwachung Aufmerksamkeit zu erlangen, aber andererseits den Bürgerinnen selbst die Gelegenheit zu geben, ihr Auge auf die Straße zu legen, begreifbar zu machen, wie sie in das Leben des Stadtteils eingreift, und zu dokumentieren, wie dies von Anwohnern, Passanten, Besuchern, Schülerinnen, Pendlern und anderen Nutzerinnen erlebt wird.
Wir beabsichtigen, dazu mobile „Checkpoints“ als künstlerische Installationen an zentralen Stellen, an Gefahrenpunkten der Wolfhager Straße zu errichten. Die Checkpoints können unterschiedlich ausgeführt werden – als Kontrollpunkte, als Schranke, als symbolische künstlerische Umsetzung von Kontrollpunkten.
Wegen der Brisanz des uns auferlegten Themas haben wir uns für eine Holz/Alu-Installation entschieden.
Die Installation soll eine Größe von 1,50 x 1,50 Meter haben, versehen mit vier Fenstern und einer Tür, in drei Stufen begehbar und mobil sein. Ausgestattet mit der Möglichkeit, vor Ort zu verweilen und an dem jeweiligen künstlerischen Akt teilzuhaben.
Die Checkpoints ermöglichen den Besuchern, die Straße und ihr Umfeld aus einer außergewöhnlichen Sichtweise neu kennenzulernen - ihre Dynamik, das was sie verbindet und das, was sie trennt, sowie unseren emotionalen Bezug zu ihr - Selbstvergewisserung. Mit Dynamik ist u.a. gemeint, Bewegung und Stillstand von Geschehnissen dieser Straße  bewusst und unbewusst wahrzunehmen. Ein neues Wahrnehmungsgefühl der Straße und ihrer Peripherie ist bereits eine schöpferische Aktion in Richtung Veränderung.

Praktische Umsetzung
Die Besucher der Checkpoints werden beispielsweise mit Notizblock und einem Fernglas ausgestattet, um ihre Eindrücke, Erlebnisse, Beobachtungen, Gespräche etc, aufzuschreiben. Auf einer in der  Nähe stehenden Pinnwand können die Notizen abgeheftet werden. Ein Kommunikationsstand mit Tisch und Sitzgelegenheiten lädt zu weiterführenden Gespräche ein. Begleitet wird das Ensemble durch einen Multiplikator. Die gesammelten Notizen werden von Studenten ausgewertet. Die Ergebnisse sind ausschlaggebend für die Weiterentwicklung des Projekts.

„Wenn man das beschreibt was man sieht, kommt man schon nah an das heran, was ich meine.“ Joseph Beuys

Weiterführende Thesen für ein Reallabor
Reallabor  und soziale Plastik bedingen sich. Sie sind Methode und Medium zugleich, sie inszenieren die „soziale Plastik“ und geben ihr Gestalt. Beides sind produktive Elemente , vorausgesetzt, dass die an dem Projekt beteiligten Menschen dafür das Gefühl entwickeln, ernstgenommen zu werden. Dann ist auch der Weg frei für partizipatorisches Denken und Handeln. Die Wolfhager Straße wird dadurch zum Kunstwerk, zum demokratischen Ort von Reflexion und Veränderung, sie wirkt somit in Räume hinein, dort wo die Menschen leben.

Zielorientierung
Das Ziel der Bürgerbeteiligung ist: Mit den beteiligten Bürgern ein „Mobilitäts- und Raumkultur-Konzept“ zu entwickeln. Konkrete Schritte, die mit dem Kunstprojekt angestoßen werden sollen, sind:
- Grundlagen für eine Weiterentwicklung der Wolfhager Straße als lebenswerter Ort erarbeiten und   Wege zu ihrer Umsetzung erkunden
- Benennung von Vor- und Nachteilen der Wolfhager Straße – „Was verhindern?- Was bewahren? -     Was verändern?
- Auseinandersetzung mit lokaler Identität, Wohnen-Leben-Infrastruktur.
- Diskussion der Grundidee einer Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer im Sinne einer            „Straße der Demokratie“ und von Wegen dorthin.
- Nachhaltige und zukunftssichere Ausrichtung der Radiale Wolfhager Straße und ihrer vielfältigen     Funktionen.

Reallabor in Reinkultur
Ziel ist es unter anderem, die Checkpoints in den vier Stadtteilen längs der Wolfhager Straße aufzustellen.
Eine positive Rückmeldung ist uns bereits signalisiert worden.
Nach unseren Recherchen ist ein derartiges oder ähnliches Projekt nicht bekannt.

Kontaktpersonen des Projektes:
Helmut Hartmann,   Tel.: 0561/887170     
Wolfgang Günther,  Tel.: 0561/92198202

18.04.2017


Liebe Bürgerinnen und Bürger,
das Konzept der Nachhaltigkeit ist 1992 von den UN gleichberechtigt neben die Leitlinien des Friedens und der Menschenrechte gestellt worden. Es besteht immer noch ein großer Bedarf an Klärung dieses Begriffes und seiner festen Verankerung im Bewusstsein der Menschen und für deren Belange auf lokaler, regionaler und überregionaler Ebene.

Die Frage der Gerechtigkeit und unser Umgang mit der Umwelt spielen in diesem Zusammenhang eine ausschlaggebende Rolle, beides sind Ausgangspunkte für Beurteilung von und Teilhabe an politischen Beschlüssen. Wir wollen deshalb ein "Forum Kulturen der Nachhaltigkeit (KdN)" einrichten, das sich ein- bis zweimal im Monat in unserem Vereinsraum trifft und mit Vorträgen, Präsentationen und Diskussionen Themen der Nachhaltigkeit bearbeitet. Diese werden allgemeinverständlich sein ohne parteipolitische oder privatwirtschaftliche Inhalte. Wir möchten die Mitsprachemöglichkeiten von uns allen stärken. Jeder ist herzlich eingeladen, dabei zu sein und mitzudiskutieren. Wir geben auch vorher schon gerne nähere Informationen.


Gerechte Lebenswelt und eine intakte Umwelt

Mensch und Natur sind Schöpfer der Kulturen, sie regeln die Beziehungen der Menschen und ihrer Gesellschaften untereinander, mit Blick auf die örtlichen, regionalen und weltweiten Bedingungen der heutigen und zukünftigen Generationen.
Die Wertevorstellungen der Menschen begründen sich aus der Gesamtheit ihres Denkens und Handelns. Aber unsere verankerte Werteordnung gerät immer mehr ins Wanken und droht Mensch und Natur zu schädigen.

Wir brauchen beides: eine gerechte Lebenswelt und eine intakte Umwelt.

Die derzeitigen Krisen der Gerechtigkeit und der Umwelt sind menschengemacht und deshalb Krisen unserer Wertvorstellungen, d.h. unserer Kultur. Sie hängen ganz entscheidend zusammen mit unseren aktuellen ungerechten und zerstörerischen Wirtschaftsstrukturen.

Der Begriff der Nachhaltigkeit oder der nachhaltigen Entwicklung hat eine soziale und eine ökologische Bedeutung. Er geht davon aus, dass es gerecht zugehen muss zwischen uns Menschen der heutigen und zukünftiger Generationen und dass die Stabilität unserer Umwelt bewahrt werden muss.

Die Frage ist ganz konkret: Wie kommen wir von der aktuellen wirtschaftszentrierten Kultur der Globalisierung zu einer sozial-ökologischen Kultur der Nachhaltigkeit?

Die Kulturen der Nachhaltigkeit greifen diese Thematik auf. Sie wollen unsere Wertvorstell- ungen und unser daran gebundenes Handeln erkennbar machen. Sie sollen dann für ein neues Bewusstsein von uns allen sorgen, das für mehr Gerechtigkeit in einer gesünderen Umwelt eintritt.

Unser Forum "Kulturen der Nachhaltigkeit (KdN)" widmet sich dieser komplexen Thematik unter verschiedensten Gesichtspunkten aus Wirtschaft, Ökologie, Sozialem, Politik und Kultur.

Die Kulturinitiative Harleshausen (kih) bietet ab Frühjahr 2014 hierzu Vorträge, Ausstellungen, Präsentationen usw. an, die über die bekannten Medien frühzeitig bekanntgegeben werden. Die Vorträge werden allgemeinverständlich sein und keine parteipolitischen oder privatwirtschaftlichen Interessen beinhalten.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind hierzu herzlich eingeladen!